Einführung

ERP-Einführung Checkliste für KMU: 12 Punkte vor dem Start

Von BusinessStack · · Aktualisiert am

Eine ERP-Einführung gelingt, wenn Sie vor dem Start Ziele, Abläufe, Daten, Schnittstellen und Zuständigkeiten klären. Die folgende Checkliste fasst zwölf Punkte zusammen, die wir für KMU mit 1 bis 250 Mitarbeitenden für entscheidend halten. Sie gilt sowohl für Standardsoftware als auch für individuell gebaute Systeme.

ERP-Einführung Checkliste: Die 12 Punkte im Überblick

Nr. Thema Kernfrage
1 Ziel Was soll sich nach dem Projekt messbar verbessern?
2 Zuständigkeit Wer im Unternehmen trägt das Projekt?
3 Abläufe Wie läuft ein Auftrag heute tatsächlich?
4 Umfang Was gehört in die erste Etappe?
5 Daten Welche Daten werden übernommen und in welcher Qualität?
6 Schnittstellen Welche Systeme müssen angebunden werden?
7 Rollen und Rechte Wer darf was sehen und ändern?
8 Budget Was kostet Einführung und laufender Betrieb?
9 Zeitplan Welche Termine sind fix, welche flexibel?
10 Schulung Wie wird das Team vorbereitet?
11 Go-live Wie läuft die Umstellung, und was ist der Plan B?
12 Betrieb Wer betreut das System danach?

1. Ziel festlegen

Formulieren Sie in einem Satz, was besser werden soll, zum Beispiel: weniger Doppelerfassung, schnellere Angebote oder ein aktueller Überblick über alle Aufträge. Ohne Ziel lässt sich weder Software auswählen noch der Erfolg beurteilen.

2. Verantwortliche Person benennen

Eine Person im Unternehmen sollte entscheiden dürfen und den Alltag kennen. Sie beantwortet Fragen, sammelt Rückmeldungen und setzt Prioritäten. Das ist selten eine Vollzeitaufgabe, braucht aber feste Zeit im Kalender.

3. Abläufe aufnehmen

Beschreiben Sie, wie ein Auftrag heute vom Angebot bis zur Rechnung läuft, einschließlich der Umwege. Gerade die Sonderfälle zeigen, was das System können muss. Ein gemeinsamer Blick auf den Ablauf schafft dafür eine gemeinsame Grundlage, siehe Ablauf.

4. Umfang für die erste Etappe festlegen

Starten Sie mit dem Ablauf, der heute die meiste Zeit oder die meisten Fehler kostet. Alles Weitere kann in späteren Etappen folgen. Das reduziert Risiko und Kosten.

5. Datenübernahme planen

Klären Sie, welche Daten aus Excel oder dem Altsystem übernommen werden. Bereinigen Sie Dubletten und veraltete Einträge vorab. Mehr dazu im Beitrag Excel durch ERP ersetzen.

6. Schnittstellen klären

Listen Sie alle Systeme auf, mit denen das ERP-System Daten austauschen soll: Buchhaltung, Webshop, Bank, E-Mail. Buchhaltung und Lohnverrechnung bleiben in der Regel bei Ihrer Buchhaltungssoftware oder Steuerberatung. Das ERP-System übergibt Belege und Rechnungen dorthin. Siehe Schnittstellen und Integrationen.

7. Rollen und Rechte definieren

Legen Sie fest, wer Preise sehen darf, wer Aufträge freigibt und wer nur lesen soll. Je früher das feststeht, desto weniger Nacharbeit gibt es später.

8. Budget vollständig rechnen

Rechnen Sie nicht nur die Einführung, sondern auch den Betrieb. Bei Standardsoftware kommen Lizenzen pro Nutzer dazu, bei Individualsoftware das monatliche Paket. Die Preise finden Sie unter Preise.

9. Zeitplan mit Puffer

Planen Sie die Einführung nicht in die Hochsaison Ihres Geschäfts. Ein Puffer für Rückmeldungen des Teams ist realistischer als ein knapper Termin.

10. Schulung einplanen

Schulen Sie am echten Ablauf mit echten Daten. Kurze Einheiten pro Rolle wirken besser als eine lange Gesamtschulung. Planen Sie in den ersten Wochen nach dem Start eine enge Betreuung ein.

11. Go-live und Rückfallplan

Legen Sie einen Stichtag fest, ab dem das alte System nur noch gelesen wird. Halten Sie einen Rückfallplan bereit, falls in den ersten Tagen ein Ablauf nicht funktioniert.

12. Betrieb und Weiterentwicklung klären

Software verändert sich mit dem Unternehmen. Klären Sie, wer Updates einspielt, Fehler behebt und kleine Änderungen umsetzt. Mehr dazu unter Betrieb und Weiterentwicklung.

Standard oder individuell: Was ändert sich in der Checkliste?

Die Punkte gelten für beide Wege. Unterschiede gibt es bei Punkt 4 und 8:

  • Standardsoftware: Sie prüfen, wie viel Anpassung nötig ist, und rechnen Lizenz pro Nutzer ein. Die Auswahl ist schneller, die Anpassung kann teuer werden.
  • Individualsoftware: Am Anfang steht ein kostenloses Demo-Produkt, danach folgen Testwoche und Paket. Die Passung ist höher.

Eine Entscheidungshilfe finden Sie im Beitrag Individualsoftware oder Standard-ERP.

Typischer Zeitplan einer Einführung

Die folgende Aufstellung zeigt, wie wir ein Projekt bei einem individuell gebauten System gliedern. Bei Standardsoftware verschieben sich die Anteile, die Reihenfolge bleibt ähnlich.

Phase Inhalt Dauer
Demo-Produkt Ihr Ablauf als Demo, ohne Vertrag vorab, kostenlos
Testwoche Projekt live, eingerichtet von uns, Rückmeldungen aus dem Alltag 1 Woche, 245 Euro
Paket Hosting, Updates, Support, Entwicklungszeit pro Monat laufend, monatlich

Wie Sie das Team mitnehmen

Software verändert Arbeitsabläufe, und Veränderung weckt Fragen. Beziehen Sie die Mitarbeitenden früh ein: Laden Sie sie zu den Gesprächen ein, zeigen Sie das Demo-Produkt und fragen Sie nach Sonderfällen. Wer mitgestaltet hat, nutzt das System später lieber. Erklären Sie außerdem, was sich für den Einzelnen ändert, etwa dass das Abschreiben von Daten wegfällt. So entsteht Akzeptanz, die sich nicht anordnen lässt.

Woran Projekte scheitern

Einführungsprojekte scheitern selten an der Technik. Häufig wiederholen sich diese Ursachen:

  • Das Ziel bleibt vage, deshalb gibt es keinen Maßstab für den Erfolg.
  • Die Mitarbeitenden, die täglich mit dem System arbeiten, werden zu spät eingebunden.
  • Der Umfang wächst während des Projekts, ohne dass Zeit und Budget angepasst werden.
  • Daten werden unbereinigt übernommen und führen am ersten Tag zu Fehlern.
  • Nach dem Start fehlt jemand, der das System betreut und weiterentwickelt.

Jeder dieser Punkte lässt sich vorab adressieren. Die Checkliste oben ist dafür gedacht, diese Lücken zu schließen, bevor das Projekt beginnt.

Wie wir bei BusinessStack vorgehen

Wir setzen diese Checkliste im Demo-Produkt und in der Testwoche um: Wir lernen Ihre Abläufe kennen, zeigen sie in einem kostenlosen Demo-Produkt und gehen in der Testwoche live. Wenn Sie wissen möchten, wo Ihr Projekt steht, schreiben Sie uns über Kontakt.

Häufige Fragen zum Thema

Wie lange dauert eine ERP-Einführung im KMU?

Das hängt vom Umfang ab. Bei einem individuell gebauten System sehen Sie vorab ein kostenloses Demo-Produkt, und Ihr Projekt geht in der Testwoche innerhalb einer Woche live. Bei Standardsoftware bestimmt die Zahl der Anpassungen die Dauer.

Wer sollte im Unternehmen für das Projekt zuständig sein?

Benennen Sie eine Person mit Entscheidungsbefugnis, die den Ablauf im Betrieb gut kennt. Sie ist Ansprechpartnerin für den Dienstleister, sammelt Rückmeldungen aus dem Team und entscheidet über Prioritäten. Ohne diese Rolle verzögern sich Projekte häufig.

Was ist der häufigste Fehler bei der ERP-Einführung?

Häufig wird das Ziel nicht klar benannt und das Team zu spät einbezogen. Dann entsteht ein System, das zwar funktioniert, aber nicht zum Arbeitsalltag passt. Ein Demo-Produkt vor dem Start verringert dieses Risiko.

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